- weichen
- (einen) Rückzieher machen (umgangssprachlich); einknicken (umgangssprachlich); klein beigeben; einlenken; zurückweichen; nachgeben; schwemmen; wässern
* * *
1wei|chen ['vai̮çn̩], wich, gewichen <itr.; ist:a) sich von jmdm., etwas entfernen:jmdm. nicht von der Seite/nicht von jmds. Seite weichen; sie wich nicht von dem Bett der Kranken.Zus.: abweichen.b) (besonders einer Übermacht o. Ä.) Platz machen, das Feld überlassen:der Gewalt, dem Feind weichen; vor dem Auto mussten sie zur Seite weichen; der Baum musste einem Neubau weichen (er wurde wegen des Neubaus gefällt); die Mauer wich dem Druck des Wassers.Syn.: ↑ nachgeben.Zus.: ausweichen, zurückweichen.2wei|chen ['vai̮çn̩], weichte, geweicht:a) <itr.; ist [durch Liegen in Flüssigkeit o. Ä.] weich werden:die Wäsche, die Erbsen einige Stunden weichen lassen.Zus.: aufweichen, durchweichen.die Wäsche vor dem Waschen weichen; die Bohnen über Nacht weichen.Zus.: aufweichen, einweichen.* * *
wei|chen1 〈V.〉II 〈V. tr.; hat〉 weich machen, einweichen, aufweichen————————wei|chen2 〈V. intr. 276; ist〉1. nachgeben, sich zurückziehen, weggehen2. sich besiegt, geschlagen geben● wir mussten der Übermacht \weichen ● ich werde nicht wanken und nicht \weichen, bis du mir versprichst ... so lange warten, hierbleiben, nicht nachgeben ● alles Blut war aus ihrem Gesicht gewichen sie war sehr blass geworden; der Boden wich unter meinen Füßen; von etwas, von jmdm. \weichen etwas, jmdn. verlassen, von etwas, von jmdm. weggehen; weiche von mir! 〈poet.; a. scherzh.〉; jmdm. nicht von der Seite \weichen; nicht von der Stelle \weichen [<mhd. wichen <ahd. wihhan <germ. *wiq- „jmdm. Platz machen, nachgeben“; verwandt mit Wechsel, Woche, Weide, Weiche]* * *
1wei|chen <sw. V.> [mhd., ahd. weichen]:1. <ist> [durch Liegen in Flüssigkeit o. Ä.] weich werden:die Wäsche, die Bohnen einige Stunden w. lassen.2. <hat> (seltener) weich machen.2wei|chen <st. V.; ist [mhd. wīchen, ahd. wīchan, eigtl. = ausbiegen, nachgeben, verw. mit ↑ 1Weide]:jmdm. nicht von der Seite/nicht von jmds. Seite w.;er wich nicht von ihrem [Kranken]bett;sie wichen keinen Schritt von ihrem Weg.2. (besonders einer Übermacht o. Ä.) Platz machen, das Feld überlassen:der Gewalt, dem Feind w.;Ü die alten Bäume mussten einem Neubau w.3. (geh.) allmählich nachlassen, seine Wirkung verlieren, schwinden, verschwinden:alle Unruhe war [von ihm] gewichen.* * *
1wei|chen <sw. V.> [mhd., ahd. weichen]: 1. [durch Liegen in Flüssigkeit o. Ä.] weich werden <ist>: die Wäsche, die Bohnen einige Stunden w. lassen; Im Waschbecken weichten blutverkrustete Tupfer (Sebastian, Krankenhaus 92). 2. (seltener) weich machen <hat>: Wäsche w. (einweichen); Es war ... ein ägyptischer Papyrusstrick, wunderbar geweicht, geklopft und geschmeidigt (Th. Mann, Joseph 591).————————2wei|chen <st. V.; ist [mhd. wīchen, ahd. wīchan, eigtl. = ausbiegen, nachgeben, verw. mit 1↑Weide]: 1. sich von jmdm., etw. entfernen; weggehen: jmdm. nicht von der Seite/nicht von jmds. Seite w.; er wich nicht von ihrem [Kranken]bett; sie wichen keinen Schritt von ihrem Weg; Wie ein Gespenst blieb er stehen und wich nicht von der Stelle (Hesse, Narziß 168); Die erwachsenen Löwen weichen keinen Zoll von ihren Futterplätzen (natur 9, 1991, 56); Ü das Blut war aus ihrem Gesicht gewichen (geh.; sie war blass geworden); Ihr Blick wich nicht so bald von mir (Th. Mann, Krull 300). 2. (bes. einer Übermacht o. Ä.) Platz machen, das Feld überlassen: der Gewalt, dem Feind w.; Er wich ihnen schrittweise (H. Mann, Stadt 280); Wir sind so dicht hinter den weichenden Gegnern, dass ... (Remarque, Westen 87); Ü sie weichen einem moralischen Druck (Kirst, Aufruhr 112); die alten Bäume mussten einem Neubau w.; Die Verstörung wich erst dann der Erleichterung ..., als ... (Ransmayr, Welt 121). 3. (geh.) allmählich nachlassen, seine Wirkung verlieren, schwinden, verschwinden: die Beklommenheit, die Befangenheit, alle Unruhe war [von ihm] gewichen; Als meine Sonnenblindheit wich, sah ich, dass ... (Rinser, Mitte 98); Damit wich aber ... für Matthias Roth nicht der Geschmack des Liederlichen von der Szene (Kronauer, Bogenschütze 118).
Universal-Lexikon. 2012.